Die vorliegende Studie behandelt den engen Zusammenhang von Wirtschafts- und Kulturgeschichte am Beispiel der ökonomischen, sozialen und subjektiven Funktionen von Firmen- und Dienstjubiläen. Untersucht werden die gemeinsamen Feste, Gratifikationen und historischen Selbsbeschreibungen in Banken und Versicherungen im 19. und frühen 20. Jahrhundert, die bislang von der Forschung kaum beachtet worden sind. Die Studie erweitert dabei nicht nur das Verständnis von symbolischen Stabilisierungsmechanismen in Unternehmen, sondern hinterfragt auch, wie Bindungen zwischen Mitarbeitern und Firmen generiert und aufrechterhalten wurden. In methodisch innovativer Vorgehensweise werden Ansätze der Kulturwissenschaften mit aktuellen Fragestellungen der Wirtschaftsgeschichte verbunden. Insgesamt sind in die Untersuchungen 18 private Banke und Versicherungen einbezogen, darunter die Deutsche Bank, die Dresdner Bank, die Victoria Versicherung und die Colonia Versicherung.